Lawyer Monthly „Expert Insight“

Im Rahmen der Rubrik „Expert Insight“ des Onlinemagazins Lawyer Monthly wurde Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht Jan Morgenstern zur aktuellen Entwicklung im IT-Recht und dem technologischen Fortschritt interviewt. Der Geschäftsführer der MORGENSTERN Rechtsanwaltsgesellschaft mbH nahm hier Stellung zu den Veränderungen in der Beratung und den Vorgaben für Unternehmen.

Technologischer Fortschritt und die Auswirkungen auf Unternehmen

Cloud Computing, Software as a Service, Mobile Solutions und Big Data haben die Businesswelt grundlegend verändert. Hatte man früher nur die Vorteile vor Augen, überwiegen heute eher die zahlreichen Risiken. Das spiegelt sich auch in der Beratung wieder.

Vor allem im Hinblick auf die im Mai 2018 wirksam werdende Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) müssen Unternehmen sich auf neue Haftungsrisiken einstellen. Angriffe von Hackern oder ehemaligen Mitarbeitern sind keine Seltenheit mehr und setzen Unternehmen unter Druck. Die Implementierung von Managementsystemen zur Datensicherheit und zum Datenschutz wird immer wichtiger.

Urheberrechtsverletzungen als Teil der Compliance

Auch Urheberrechtsverletzungen nehmen stetig zu. Die Verbreitung von Inhalten im Internet durch „copy and paste“ ist sehr einfach und geht schnell. Kaum jemand weiß, dass im Internet verfügbare Inhalte nicht einfach kopiert werden dürfen. Das gilt selbst dann, wenn kein „copyright Vermerk“ dabei ist.

Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern daher anhand klarer Regelungen aufzeigen, wie sie mit dem Internet und den dort verfügbaren Inhalten umzugehen haben. Tauschbörsen müssen z.B. ohne Ausnahme verboten werden. Auch die Veröffentlichung von Inhalten im Internet muss reglementiert werden, z.B. durch festgelegte Arbeitsabläufe. Hier findet dann z.B. eine Prüfung der vorliegenden Nutzungsrechte statt.

Die Herausforderungen des Datenschutzes innerhalb und außerhalb der EU

Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht Jan Morgenstern sieht im Gespräch mit Lawyer Monthly jedoch die größte Herausforderung darin, die in der EU geltenden Anforderungen des Datenschutzes bei den eigenen Unternehmensprozessen umzusetzen. Dies gilt vor allem im Hinblick auf die kommende DS-GVO.

Die neue Verordnung betrifft alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union und sieht drastische Bußgelder von bis zu 20 Millionen EUR vor. Die damit einhergehende Herausforderung in Bezug auf die Umsetzung der neuen Vorschriften betrifft jedoch auch Unternehmen außerhalb der EU. Die nicht datenschutzkonforme Übermittlung von personenbezogenen Daten an solche Unternehmen ist für EU-Unternehmen risikobehaftet, weshalb diese sich ihre Vertragspartner zukünftig noch genauer auswählen werden. Nur wenn die Datenschutzbestimmungen auch im internationalen Kontext eingehalten werden, kann IT so funktionieren, wie sie soll – international und weltweit.

Das vollständige Interview der Lawyer Monthly finden Sie hier.