Kameramann als Urheber

Das Oberlandesgericht München hat entschieden, dass dem hauptverantwortlichen Kameramann des Films „Das Boot“ nachträglich eine zusätzliche Vergütung zusteht (OLG München Urteil vom 21.12.2017, Az.: 29 U 2619/16). Trotz der für einen deutschen Film sehr hohen Produktionskosten in Höhe von rund 32 Millionen DM war der große internationale Erfolg des Films „Das Boot“ zu Beginn der Dreharbeiten nicht abzusehen. Sowohl dem Regisseur als auch den beteiligten Schauspielern gelang durch den Film der nationale und sogar internationale Durchbruch.

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Tattoos und Urheberrecht

Mittlerweile sind Tattoos in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und weit verbreitet. Aus juristischer Sicht stellt sich jedoch die Frage, inwiefern die zugrundeliegenden Bilder oder die Tattoos selbst urheberrechtlich geschützt sind und wer Rechteinhaber ist. Zunächst ist festzustellen, dass Tattoos mitunter künstlerisch enorm anspruchsvoll sein können und deshalb nach § 2 Abs. 1 UrhG geschützt sind. Nach der allgemein anerkannten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist aber auch die sogenannte „kleine Münze“ geschützt. Hierbei handelt es sich um solche Werke, die gerade noch die nach § 2 Abs. 2 UrhG notwendige Schöpfungshöhe erreichen. Da an die kleine Münze nur sehr geringe Anforderungen gestellt werden, dürfte im Ergebnis nahezu jedes Tattoo urheberrechtlich geschützt sein.

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Panoramafreiheit auch bei nicht ortsfesten Kunstwerken

Fotografien nicht ortsfester Kunstwerke stellen keine Urheberrechtsverletzung dar und sind vom Ausnahmetatbestand des § 59 UrhG umfasst. Das hat der Bundesgerichthof entschieden und damit den Anwendungsbereich des Ausnahmetatbestands des § 59 UrhG erweitert (BGH Urteil vom 27.04.2017, Az.: I ZR 247/15). Hintergrund der Entscheidung war ein Streit um die Fotografie eines der AIDA Kreuzfahrtschiffe. Diese sind am Bug mit einem Kussmund und an den vorderen Bordwänden mit Augen und von diesen ausgehenden Wellenlinien lackiert. Das Motiv wird als „AIDA Kussmund“ bezeichnet und wurde von einem Künstler entworfen. Die Kreuzfahrtgesellschaft AIDA Cruises hat das ausschließliche Nutzungsrecht an dem Motiv. Während eines Aufenthaltes in Ägypten machte der Betreiber einer deutschen Internetseite für Ägyptenreisen ein Foto eines der AIDA Schiffe im Hafen. Dabei ist das Schiff von der Seite mitsamt AIDA Kussmund zu sehen. Das Foto veröffentliche er auf seiner Internetseite.

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Bilder von gemeinfreien Werken urheberrechtlich geschützt

Das Landgericht Berlin hat kürzlich entschieden, dass professionelle Fotografien von gemeinfreien Gemälden einen eigenen Urheberrechtsschutz genießen können und nicht ohne Einverständnis des Rechteinhabers öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen (Urteil vom 31.05.2016, Az.: 15 O 428/15). Die Reiss-Engelhorn Museen in Mannheim hatten vor dem Landgericht Berlin gegen die Wikimedia Foundation Inc. geklagt, weil auf einer Webseite des Unternehmens fotografische Reproduktionen von 17 gemeinfreien Gemälden der Mannheimer Museen hochgeladen wurden. Die Fotografien stammten vom Hausfotograf der Museen, welcher sie zur Erstellung eines Bestandskatalogs angefertigt hatte.

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